ich habe mich gerade gefragt, warum wir fernsehen...
Und einige können ja schon gar nicht mehr ohne das Ding leben... also an sich sind das ja fast nur ausgedachte Geschichten, die einem da gezeigt werden. Mit der "wirklichen" Wirklichkeit hat das ja nur was zu tun, wenn es sich um Dokumentationen oder Reportagen oder sowas handelt. Selbst in Nachrichtensendungen werden Archivbilder oder nachgestellte Szenen gezeigt. Und wir können ja nie sicher sein, dass das alles wahr ist, was gezeigt wird. Und das, was gezeigt wird, beschränkt sich hauptsächlich auf die total spektakulären Geschehnisse.
Das kann eigentlich nur daran liegen, dass wir uns mit der vorgetäuschten Wirklichkeit da im Fernsehen oder Kino etc. so besonders gut identifizieren und mitfühlen können. Erst gestern ist es mir wieder passiert, dass die Handlung des Films so traurig war, dass ich weinen musste (Emotionen verstärkt durch Ton bzw. Musik). Krass, eine ausgedachte Geschichte, hat nix mit mir zu tun und trotzdem heule ich...
Und noch viel schlimmer, die Geschichte mit dem armen, zu tode geschlagenen Pferdchen (von Klaus Kinski vorgetragen), da hab ich's bloß gehört und es ging mir nahe.
Und warum heulen manche Menschen in diesen Fällen so schnell und andere nicht?
ich schau seit ca. 1-2 jahren sehr wenig fern, aber trotzdem merke ich, dass ich manchmal anfällig dafür bin. ich habe zwar einen eigenen fernseher im nebenzimmer, aber da schau ich so gut wie nie (spiderman gestern war eine ausnahme: sehr komischer film). sobald meine eltern mal in den urlaub fahren und ich sozusagen sturmfrei habe, dann allein mittag esse, mache ich die glotze im wohnzimmer an und schau allen möglichen scheiß. ich kann mich zwar meistens besser beschäftigen, aber irgendwie ist das so... entspannend würde ich es nicht nennen. ich tu dabei nichts, nicht mal denken. also ist es ganz einfach nicht anstrengend. dass emotionen durch musik etc. verstärkt werden ist klar. allerdings hat mich noch kein film wirklich zum heulen gebracht, außer "der pianist". selbst der über den grünen klee gelobte film über sophie scholls letzte tage hat mich in der hinsicht nicht berührt. ich denke, dass manche menschen sich besser in andere hineinversetzen können und deswegen auch mitfühlender sind. "I felt so symbolic yesterday"
Also. Fernsehen, tja. Mir ist aufgefallen, dass mein Fernsehverhalten sich über das letzte Jahr oder gar noch länger stark geändert hat. Die Kiste bleibt größtenteils aus. Im Prinzip schalte ich nur im Bett ein, beispielsweise zu Domian. Manchmal läuft der Fernseher aber auch nebenbei, während ich irgendwas mache.
Das ist so, weil mich das Programm weitestgehend langweilt. Oder mich wütend macht. Was auch immer. Man überlegt sogar schon, ob man einen Fernsehanschluss anmeldet, wenn man bald in Leipzig wohnt. Aber das schon, weil seine Serien schaut man ja doch schon. Da muss ich sagen, dass ich Lindenstraßengucker bin, jaha.
Aber sonst bevorzuge ich DVDs und dergleichen. Da ist dann hin und wieder auch schonmal ein Film dabei, bei dem man dann - um das andere Thema dieses Threads mal aufzugreifen - berührt ist. Manchmal auch stärker berührt. Und wenn da jemand weint, dann macht ihn das sehr sympathisch, finde ich. Bei The Straight Story (Regie: David Lynch) packt es mich in dieser Hinsicht.
Mhm, also, ich muss sagen, bei mir ist das ähnlich, schaue auch nicht so oft, aber wenn man einmal sitzt, dann sitzt man. Da kann der größte Kack kommen und sobald man sich in die Situation hineingefunden hat, will man wissen, wie es weiter geht. Das ist aber normal, weil immer mindestens ein Reizthema dabei ist, entweder Sexualität, Gewalt oder Stress in welcher Form auch immer. Das ist biologisch begründet, man muss also nur stärker auf die Vernunft hören, um dem zu entgehen.
Aber, @underthebridge, wenn ich morgens alleine frühstücke, dann muss ich auch den Fernseher an machen, sonst fühl ich mich so alleine, ähnlich ist das bei dir bestimmt mit dem Mittag. Tja, der Mensch ist halt ein Rudeltier oder so was in der Art.
Und Lindenstrasse, ja, da gibt's auch die besagten Reize.
Gerade jetzt in den Semesterferien driftet mein Fersehverhalten aber vom sonstigen ab. Ich stehe in der Regel irgendwann nach zwölf auf. Dann hole ich mir Cornflakes oder so (jetzt gibt es aber wieder Mittag, da meine Eltern aus dem Urlaub zurück sind), und um eins ist dann erstmal Oliver Geißen angesagt. Ja, das ist Talkshow. Anschließend gleich Frau Kalwass auf Sat 1. Warum nicht? Und wenn's ganz schlimm kommt, dann gleich noch Scheißabschlussklasse in Verbindung mit Freunde - Das Leben geht weiter. Und das ist nun wirklich beschissen. Aber naja. Wird wohl Zeit, dass das Semester los geht. Aber da habe ich eigentlich auch keine Lust drauf.
Sascha, ja, es wird wirklich Zeit, dass das Semester wieder los geht, man könnte meinen, du hättest nix zu tun, wenn du dir schon solche Sendungen anschaust... ich finde das meiste, was du da aufgezählt hast so... Ich muss sagen, ich gucke auch gerne mal Talk Talk Talk oder home SOS oder solche Wohnungsgestaltungssendungen, aber, ich finde, da hab ich irgendwie noch was davon...
Da ist übrigens letztens so ein cooles Dschungelschlafzimmer entstanden, das sah, abgesehen von ein paar Einzelheiten, echt klasse aus, so würde mir das auch gefallen. Wenn ich mal ausziehe, dann...!!!
...rufst du sonja kraus an und lässt dein schlafzimmer einrichten! gute idee. naja, ich habe heute auch mal wieder meine augen gestresst mit vera am mittag: ätzend. zwei lesbische, korpulente frauen, von denen die eine einen lügendetektorentest gefordert hatte... naja, das übliche eben. haben wir nicht alle solche probleme und fühlen uns deswegen so verstanden? "I felt so symbolic yesterday"
In Antwort auf: Aber, @underthebridge, wenn ich morgens alleine frühstücke, dann muss ich auch den Fernseher an machen, sonst fühl ich mich so alleine, ähnlich ist das bei dir bestimmt mit dem Mittag. Tja, der Mensch ist halt ein Rudeltier oder so was in der Art.
Naja. Wenn ich morgens allein frühstücke (was beinahe immer der Fall ist), dann sehe ich nicht fern. Das verdirbt einem ja den Appetit. Da höre ich lieber Radio.
Mein Fernsehkonsum hat sich schon stark geändert, seitdem ich allein wohne und (das erste Mal in meinem Leben) einen eigenen Fernseher habe. Naja, wenn man sich schonmal so ein Ding holt, muss man es ja auch benutzen. Aber glücklicherweise ebbt das nun auch langsam ab, ich schau' meistens abends kurz vor dem Zu-Bett-Gehen nochmal rein, Domian halt oder Sexy Sport Clips. Har Har.
Das ist einfach angenehm, man befindet sich in einem völlig passiven Zustand und lässt sich vollrieseln. Das ist wohl auch das "Tolle" für die meisten Menschen. Man muss sein Gehirn so gut wie gar nicht benutzen (bitte jetzt keine Erläuterungen, dass dem nicht so ist; das ist Metaphorik).
Weinen muss ich fast nur, wenn's rührend wird. Aber das wisst ihr ja.
Ja ja, das ist ja eben der Trugschluss, dass man sich berieseln lassen kann. Aber eben das ist ja das Ding, man glaubt, das Medium Fernsehen sei leicht(er) verständlich, ist es aber nicht.
Aber, ich weiß nicht, nur Musik ginge zwar auch, aber ich favorisiere dann doch die audiovisuelle Form. Aber, wenn ich fertig bin mit Frühstücken und es kommt nix tolles mehr, dann fällt es mir gar nicht schwer einfach auszuschalten. Meist ist das ja der Fall, wenn die Talkshows anfangen, da geht bei mir dann die Langeweile los und ich muss unwillkürlich auf den Ausknopf drücken.
Außerdem kommt ja zur perfekten Frühstückzeit(gegen 10:00 Uhr) King of Queens, was ich zwar seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen habe, aber mir immer besser gefällt.
In Antwort auf: Ja ja, das ist ja eben der Trugschluss, dass man sich berieseln lassen kann. Aber eben das ist ja das Ding, man glaubt, das Medium Fernsehen sei leicht(er) verständlich, ist es aber nicht.
na, weil man eben nicht dahinter schauen kann, also hinter die Fassade. Man sieht was und sieht es zum Teil nur oberflächlich. Im Roman zum Beispiel sind die inneren Gefühle genau beschrieben, das kann man nicht darstellen, was unter der Oberfläche abläuft. Deswegen glaubt man zu verstehen, versteht es aber unter Umständen gar nicht.
Was passiert denn, wenn man erst den Film sieht und dann das Buch liest? Die Bilder des Films sind dominat und man entwirft kaum innere Bilder. Liest man aber zuerst das Buch und guckt dann den Film, weicht das meist von den vorher gesehenen inneren Bildern ab und man ist häufig enttäuscht, weil das eben nicht alles bildhaft wiedergegeben werden kann. Stell doch mal Säugetier als Bild dar, sodass es jeder als genau das erkennt. Geht eben nicht.
Trotzdem ist man doch beim Fernsehen nahezu gänzlich passiv. Auch wenn man alles nur oberflächlich wahrnimmt - oder gerade weil dem so ist - kann man sich "berieseln" lassen.
Und im Prinzip hast Du Dir das nun auch selbst erklärt: Die Bilder, mit denen man konfrontiert wird, sind so dominant, dass man sich selbst kaum noch eigene Gedanken machen muss bzw. eigene Bilder entwerfen muss. Das stützt meine "Berieselungs-These".