Wer hätte das gedacht! Die Gutenbergschule, eine Berufsfach- und Fach(hoch)schule in Leipzig, welche einen breiten Bekanntheitsgrad hat und von Schülern aus allen möglichen Gegenden in Deutschland besucht wird, entpuppt sich als absolute Enttäuschung für so manchen.
Wieder treten Menschen aller Altersklassen einen neuen Lehrgang an. Einige als gestaltungstechnische(r) AssistentIn in Richtung Grafik, andere als FremdsprachenkorrespondentIn. Fragende Augen treffen einander. Augen, die wissen wollen, was sie erwartet, was ihnen die Zukunft an dieser Schule bringt - anscheinend berechtigt. Man ist erfreut etwas neues antreten zu können. Die ersten Wochen laufen für alle sehr angenehm. Man beobachtet und verschafft sich Eindrücke. Als alle eine gewisse Orientierung bekommen haben, erscheint einem vieles sehr suspekt-man stellt sich, und nun auch seinen Mitschülern, erneut Fragen. Wieso vergisst ein Lehrer die anstehende Klassenarbeit? Wieso kümmert sich der Lehrer nicht um einen Termin für einen Schüler, welcher die vorige Klassenarbeit nachholen muss? Warum weist ein Lehrer einen Schüler mit einem Anliegen ab, um sich wieder dem Handy zu widmen? Wieso lacht und entrüstet sich ein Lehrer offensichtlich und ohne Verständnis über einen Schüler, der es sich bei einem Vortrag so schon schwer genug macht überhaupt zu reden, so dass er letztendlich schweigt? Wieso trägt man Schüler im Klassenbuch als fehlend ein, wenn sie eigentlich da sind? Wieso erzählt ein Lehrer von seinen Alkoholexzessen am Vortag, anstatt den Unterricht fortzuführen? Und überhaupt: warum findet eine Bewertung oftmals ihren Grund oder auch ihre Begründung darin, wie der Lehrer den Schüler sieht?
Wie fällt hier nun die Vermittlung aus und welche Fragen tun sich auf? Betrachte man nun folgendes: Es herrscht ein Mangel an Pädagogen und an guten obendrein. So setzt man z.B. freischaffende Künstler, in den Bereichen der Gestaltung, ohne irgendeine pädagogische Ausbildung ein, welche eine Revolution in der Lehrstoffvermittlung einläuten wollen, indem sie versuchen den Schüler psychisch zu ergründen - wie kann man so jemanden ernst nehmen? Und als ob das nicht schon genug wäre, treten diese einem auch noch körperlich viel zu nah.
Durch den Bedarf an Lehrern könnte man auch annehmen, dass die übrig gebliebenen berechtigterweise gestresst und überarbeitet sind, doch diese Dinge treffen wohl kaum auf die Gutenbergschule zu.
Und auch sonst scheinen die Lehrer nicht viel Arbeit zu haben, denn wer sich erlauben kann zwei bis vier Stunden mit seinen Schülern gar nichts zu machen, der wird wohl kaum unter Zeitdruck stehen. Darauf folgt dann auch schon das nächste Problem: Einige Schüler erscheinen erst gar nicht zum Unterricht - verständlich, denn wer hat schon Lust für acht Stunden in die Schule zu kommen und davon die Hälfte nur rum zu sitzen und obendrein auch noch belästigt zu werden?! Die Fehlstunden und -tage interessieren einen dann herzlich wenig. Denn der Stoff ist schnell nachgeholt. Die Gefahr einer „Null - Bock” - Stimmung wird somit immer wahrscheinlicher. Was ebenfalls nicht ausbleibt ist der Frust der Schüler gegenüber den Lehrern, welcher sich oftmals auch in Aggressionen ausdrückt. Dann wiederum haben auch einige Lehrer dafür kein Verständnis mehr und eine Art Konflikt - Kampf entsteht. So stößt keiner auf das Verständnis des anderen. Oder es entwickelt sich so, dass die Beschwerden der Schüler einfach überhört und ignoriert werden-letztendlich läuft aber auch dies auf das selbe Ergebnis hinaus: Unverständnis auf beiden Seiten!
[bleibt noch zu sagen: diese dinge geschehen ebenso auf anderen schulen und institutionen]
ich habe ja auch schon so einige Lehrkörper vor mir gehabt... und nicht nur gute. Aber, das ist so eine Sache, denn ich hatte dieses Semester eine Übung bei einem Bildhauer, der auch kein Prof. oder Lehrer ist, und zu dem hab ich ein ganz anderes Verhältnis aufgebaut (nein, nicht so) aber, der redet auch viel über die Mißstände der Gesellschaft und Probleme, auch im Institut und so. Der ist voll ok und für Plastik kann ich mir keinen besseren vorstellen.
Also, was ich sagen will ist, dass es unter Umständen auch manchmal besser ist, wenn einige Sachen nicht von einem ausgebildeten Pädagogen gemacht werden, weil die Gefahr groß ist, dass die Didaktik so in den Vordergrund gestellt wird und alles voll auf Leistung und auf ein Ergebnis abzielt. Gerade in der Kunstpädagogik und ähnlichen Fächern...(ja ja, hab mich in meinem Seminar und wegen der Klausur viel damit beschäftigt)... also, das ist ja so, Kunst entzieht sich einer genauen Definition, folglich ist sie auch nicht eindeutig vermittelbar (Gedanken von Pierangelo Maset und auch meine Meinung)und deshalb ist es schwierig, wenn Lehrer das eben lehren wollen... wollen es ja auch immer möglichst einfach abfragen können... das ist ja das Problem, da kommt es im Unterricht immer auf Techniken an und auf die Dinge, die sich gut als Lernstoff machen und auswenig gelernt werden und abgefragt werden können, ein Dilemma!
Aber so sind dann die Lehrer, die das schon jahrelang machen, die verfallen in einen Trott und werden faul und erneuern nichts an ihrer Vorgehensweise. Aber dennoch finde ich, man sollte nicht alle in einen Topf werfen und nicht immer sagen, die haben's so leicht, denn wenn du dir vorstelltst, du müsstest jeden tag mehrere Stunden vor einer Klasse stehen und erzählen und zuhören und so...ist auch irgendwie anstrengend, also finde ich, das wäre ja fast so als müsste man mehrere Referate und Vorträge an einem Tag halten, ne.
Na ja, aber da Lehrer auch bloß Menschen sind, und demzufolge alle unterschiedliche Charaktäre haben und einem entweder sympatisch sind oder nicht, kann das niemals alles supertoll funktionieren und alles wunderbar sein. Da ist Flexibilität beiderseits vonöten.
Aber nicht den Kopf in den Sand stecken, sonst knirschelt's zwischen den Zähnen!
In vielerlei Hinsicht magst du durchaus recht behalten, doch das spielt sich hier ein wenig anders ab. Natürlich kann - und möchte - ich nicht alle Lehrer in einen Topf schmeißen! Das wäre ja eine absolut ungenießbare Mischung aus Pfeffersuppe und Schockolade...[hihi.] "Nicht - Pädagogen" sind normalerweise überhaupt kein Grund für mich, sich über die Vermittlung aufzuregen - DOCH diese Art von Belästigung wie hier, ist völlig unangebracht und nach einer Weile volkommen nervtötend. Ich möchte nicht für hilfsbedürftig gehalten werden, aufgrund seines Helfersyndroms oder was da sonst so in diesem Hirn rum schwebt...es ist zum k*****!!!
Ja, aber das hängt halt mit der Persönlichkeit eines jeden zusammen, nicht damit, dass er oder sie ein Lehrer ist, denke ich. Auch in anderen Berufskreisen hat man solche Menschen, die nicht kapieren, was man will oder die sich unbegründet Sorgen machen oder an der falschen Stelle Hilfe anbieten. Nur, du hast ja für deine Überschrift 'Miese Lehrkörper' gwählt und daraus lässt sich auf den ersten Blick für mich schließen, dass du das auf diese Berufsgruppe beschränkst. Aber, was gibt's denn mal für schöne oder interessante Sachen an Lehrkörpern? Eben weil man nicht weiß, wie die Situation für sie aussieht, neigt man dazu alles selbstverständlich zu nehmen, was unter Umständen für den Lehrer harte Arbeit ist. Aber, das ist was anderes, für mich steht aber fest, Lehrer sind in erster Linie erstmal Menschen und verhalten sich auch so und werden durch den Job geprägt, wie jeder andere auch. Manchmal muss man es demjenigen aber auch einfach mal sagen, damit er dahinter steigt und erkennt, was faul an der Sache ist.
Ich hab' den Text jetzt zum dritten Mal vollständig gelesen und dennoch ist mir nicht klar, in welcher Form ihr körperlich (und auch psychisch) belästigt werdet.
Ja, das stimmt. Ich habe nicht erwähnt, wie die Belästigung GENAU aussieht. Ich wollte nur das wichtigste zusammenfassen. Kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Ich kann dir sagen auf welcher Art diese ihren Ausdruck findet, z.B.: -er legt seine Hand auf deine Schulter -er streicht dein Haar [nicht unverhofft] -er tritt dir vor die Augen und ist dabei kaum einen halben Meter entfernt -er mischt sich in irgendwelche Angelegenheiten ein und gibt dir mal eben so einen kleinen Klappser auf den Hinterkopf...u.s.w. Das geht nicht [meine Meinung].
Mhm, das hört sich blöd an. Na ja, dann sag doch einfach, was dir nicht passt. Also vorsichtig aber bestimmt. Und wenn er dann nicht aufhört, dann eben direkter.
Und nicht gleich denken, wenn ich das mache, bekomme ich von dem immer nur noch schlechte Noten oder sowas.
Ich konnte schon einmal etwas - für mich - erreichen: Er lässt mich in gewisser Weise in Ruhe [aber eben auch nur in gewisser Weise]. Er kennt meinen Standpunkt. Er lässt mich arbeiten. Wenn er mir etwas zeigen möchte, nimmt er sich ein eigenes Blatt und zeigt mir seinen Vorschlag. Die verbalen "Stichelein" bleiben allerdings nicht aus, doch damit kann man sich arrangieren. Aber es geht ja nicht nur um mich! Er zeichnet bei manchen Schülern immernoch rein. Das stört die Mehrheit, bis auf höstens zwei Schülerinnen. Er redet "merkwürdiges Zeug" und "stichelt" jeden.
Tja, aber da muss ja jeder selbst was dagegen machen. Oder ihr beratet euch und tut gemeinsam was. Aber im Endeffekt muss das jeder für sich selbst entscheiden, was er dem Gegenüber zulässt und was nicht.