Kalt. Kalt. Mir ist kalt. Ich kann meine Flügel nicht mehr spüren. Geh nicht weg. Geh nicht weg. Mir ist kalt.
Seth Griffin lag im Schnee. Um ihn herum wurde es dunkel. Das einzige, was der tiefen Schwärze der Nacht Einhalt gebot, waren die Flammen, die seit einigen Minuten über Camp B herfielen. Griffin versuchte nicht sich zu bewegen. Es würde sowieso nicht klappen. Er lag regungslos da, die Augen halb geschlossen. Die ausgeatmete Luft zog in dicken Wolken in den glasklaren Sternenhimmel. Dann begann er wieder zu zittern. Ein dumpfes Grollen kündigte die Explosion eines der Gebäude im Lager an. Mit dem Krachen kam auch die Wärme, nur um sofort wieder zu entfliehen.
Kalt. So kalt. Griffins Kopf fiel zur Seite. Dann wurde alles strahlend hell.
Folge 1: The I in FBI
19 Tage vorher...
7. Januar 2019
FBI Hauptquartier Europa Paris, Frankreich
Als Agent Seth Griffin um zwanzig nach fünf Uhr morgens die Eingangshalle des FBI Hauptquartiers Europa betrat, waren seit dem Anruf keine fünfzehn Minuten vergangen. Direktor Larsen hatte ihn zu sich beordert und ihn angewiesen, keine Zeit zu verlieren. Griffin kam das gerade recht, da er sowieso wieder kein Auge zu bekommen hatte. So würde er nun wenigstens etwas zu tun haben. Schnell hatte er seine Wohnung im 10. Arrondissement verlassen und fuhr rasant durch die Straßen des nächtlichen Paris. Larsen klang sehr ernst, und auch wenn der Direktor noch nicht erzählt hatte, was eigentlich los war, spürte Griffin, dass es Ärger gab. Den konnte er jetzt gut gebrauchen, dachte er und drückte das Gaspedal durch.
Als er seinen Wagen im großen Garten, der sich im Osten an den Gebäudekomplex seiner Dienststelle anschloss, parkte, erblickte Griffin schon die große gläserne Pyramide. Einst erfüllte sie ihren Zweck als Eingang zum größten Museum der Welt - dem Louvre. Heute betrat man durch sie das Hauptquartier des FBI Europa.
Als japanische Terroristen im Jahre 2013 einen Anschlag auf Disney World verübten, nachdem sie das Kennedy Space Center der NASA auf Merritt Island, Florida unterwandert und ein Space Shuttle auf den in Orlando gelegenen Vergnügungspark stürzen lassen hatten, waren der Schock und der so genannte Bodycount sehr groß. Im selben Jahr noch wurde das Kanzleramt in Berlin, Deutschland durch eine Bombenexplosion nahezu völlig zerstört. Wie durch ein Wunder wurde fast niemand verletzt. Dennoch schrillten die Alarmglocken wie nie zuvor, denn auch in anderen europäischen Großstädten nahm der Terror durch gezielte Operationen Einzug. Als Folge unterzeichneten die USA und die 35 Staaten der Europäischen Union einen Vertrag auf äußerst enge, zielgerichtete und vor allem entschlossene Zusammenarbeit. So bezog das Federal Bureau of Investigation am 1. Februar 2014 die Hallen des neu hergerichteten Louvre. Sämtliche Kunstschätze waren zuvor der Kulturhauptstadt Budapest übergeben worden, wo sie ihren neuen Platz im Palast auf dem Burgberg fanden. Dies ging einher mit weltweiten Protesten Intellektueller und Kunstliebhaber, die diese Entscheidung nicht akzeptieren konnten, letztendlich aber mussten. USA und Europa gingen nun Hand in Hand, und schon bald zeigten sich erste Erfolge.
„Agent Griffin, schön Sie zu sehen“, grüßte einer der Sicherheitsbeamten, die, unterstützt von zahlreichen hochtechnologisierten Kameras, den Eingangsbereich der Pyramide überwachten. „Alles sauber im Gefieder?“ Seth Griffin war ein Falke, sein schneeweißes Federkleid sondergleichen. „Sicher, Robbie. Ich muss doch im Ernstfall eine schöne Leiche abgeben.“ Der Collie lächelte. „Lebendig sind Sie hier immer noch am nützlichsten." - „Ich weiß.“ - „Das beruhigt mich.“ Robbie zog ein schwarzes Gerät von seinem Gürtel. „Na dann wollen wir mal, der Herr.“ Der Beamte hielt Griffin die Apparatur vors Gesicht, und das grüne Licht, das von ihr ausgestrahlt wurde, fuhr kurz über die Augen des Falken. Dann piepte es und eine elektronische Stimme ließ verlauten: „Special Agent Seth Griffin. Zutritt gewährt“. Der Sicherheits-Collie steckte das Gerät zurück an seinen Gürtel und grinste. „Sie sind’s."
Das war die einfache Überprüfung, die man als Agent oder sonstiger Angestellter über sich ergehen lassen musste. Mittels eines Retina-Scans konnte die Identität eines jeden Mitarbeiters abgerufen werden, vorausgesetzt sie war im Personalcomputer des FBI gespeichert. Erst nachdem die Identifikation erfolgt war, öffnete sich eine Sicherheitstür aus massivem Stahl, die den Weg in die eigentliche Eingangshalle freigab. Jene Einheit des Sicherheitspersonals, der auch der Collie angehörte, konnte sich ausschließlich über einen 12-stelligen Zifferncode Zutritt zum inneren Eingangsbereich verschaffen, da ihre Netzhautdaten nicht im Sicherheitscomputer gespeichert waren; eine simple Sicherheitsvorkehrung, die verhinderte, dass jemand unautorisierterweise in das Gebäude eindringen konnte, indem er einen Wachmann überwältigte und ihm den Scanner vor die Augen hielt. Penibel, wenn man bedenkt, dass sich in so einem Fall weitere Sicherheitskräfte auf den Eindringling stürzen würden, von den bewaffneten Sicherheitsbots, die im Dutzend allein schon um die Pyramide patroullierten, einmal abgesehen. Aber in diesen Zeiten, so hatte man begriffen, konnte man gar nicht genug in den Bereich Security investieren. Mit Paranoia hatte das nichts zu tun, auch wenn es oft anders wirkte. Nicht-Mitglieder des FBI wurden von oben nach unten, von hinten nach vorne, kreuz und quer nach allen möglichen Dingen durchsucht, mit denen sie gefährlich werden konnten. Und im Ernstfall hatte jeder Sicherheitshund das Recht, erstmal zu schießen und dann zu fragen.
Griffin setzte seinen Weg umgehend in Richtung einer der vielen Rolltreppen im hinteren Teil der Pyramide fort. Jede von ihnen führte erst einmal nach unten. Von da an bewegte man sich über Fließbänder durch unterirdische Tunnel, die in den eigentlichen Gebäudekomplex mündeten, in dem sämtliche Abteilungen und Unterabteilungen des FBI Europa untergebracht waren. Und die befanden sich alle unter der Leitung eines stämmigen Elches mit majestätischem Geweih - Johan Larsen. Sein Büro lag am Ende des westlichen Flügels auf Ebene 8.
Als der Fahrstuhl im obersten Stockwerk ankam, piepte es kurz. Darauf erklang eine weibliche Stimme: "Ebene acht." Seth Griffin und einige andere Agenten traten auf den Gang und verstreuten sich dann. Wie immer herrschte reges Treiben. Stimmengewirr, Tiere verschiedenster Arten, die schnellen Schrittes von A nach B gingen, Geräusche irgendwelcher Geräte. Griffin steuerte direkt auf das gegenüberliegende Ende des Flures zu. An Larsens Büro angekommen, klopfte er an die Tür. Mit einem Zischen zog sie zur Seite auf und verschwand in der Wand. Der Agent trat ein, und die Tür zischte hinter ihm zu.
Der Direktor saß in einem ausladenden schwarzen Sessel hinter seinem gewaltigen Schreibtisch. „Agent Griffin, schön Sie zu sehen. Es gibt Ärger.“ Griffin trat vor ihn, doch sogleich spaltete sich ein Teil der schwarzen Wand hinter ihm und gab einen großflächigen Bildschirm frei. Larsen hatte eine Fernbedienung auf dem Huf. Nachdem er eine weitere Taste gedrückt hatte, erschien das Foto eines Panthers auf dem Schirm. „Das, Agent Griffin, ist...", begann Larsen, doch Griffin fiel ihm ins Wort. -„Etienne de Ville. International gesuchter Terrorist. Ist aller Wahrscheinlichkeit nach verantwortlich für mehr als fünfzehn subversive Operationen auf europäischem Boden. Allein zehn davon wurden in Frankreich durchgeführt.“ Larsen nickte und griff das Wort wieder auf. „Ja. Wir sind schon lange hinter ihm her.“ Er legte die Fernbedienung auf den Tisch und lehnte sich zurück. „Letztes Jahr wurde vor der Nordküste Spaniens unter seinem Kommando das indische Frachtschiff Amur Ganesh überfallen, das sich auf dem Weg nach Hamburg befand. Das Terrorkommando versenkte das Schiff und damit auch die gesamte Crew. Es gab keine Überlebenden.“ Griffin rieb sich nachdenklich den Schnabel. Er wusste nichts von einem solchen Vorfall, erwähnte es aber nicht. „Warum ausgerechnet dieses Schiff?“ -„Das ist unklar, Agent Griffin. Wir vermuten, dass es etwas mit der Fracht zu tun hatte, jedoch wissen wir nichts über die Ladung.“ Griffin sah Larsen fragend an. „In der Hafenverwaltung von Mumbai existierten keinerlei Frachtpapiere für diese Fahrt der Amur Ganesh. Und niemand wusste etwas.“ -„Niemand wusste etwas?“ -„Zumindest sagte niemand etwas. Und wir konnten auch nichts herausfinden. Gar nichts." -„Was ergab die Bergung des Wracks, Sir?“ -„Auch nichts. Man stellte nur fest, dass die Fracht verschwunden war." -„Oder das Schiffe hatte gar nichts geladen“, gab Griffin zu bedenken.“ -„Das wäre unwahrscheinlich“, meinte Larsen. „Warum sollte ein Frachter von Indien bis Deutschland fahren, ohne irgendetwas zu transportieren? Nein, nein. De Ville wollte etwas, und er hat es auch bekommen.“ Larsen schaltete den Bildschirm ab und erhob sich aus seinem Sessel. Er wandte Griffin den Rücken zu und trat langsam ans Fenster. Während er scheinbar gedankenverloren über die langsam erwachende Stadt blickte, sprach er leise: „Wir haben ihn, Griffin.“ Mit einem Nicken deutete er auf den leuchtenden Eiffelturm, der sich fernab über die Häuser im Westen erhob. „Hören Sie...“. Seine Stimme klang nun kräftiger. "Sie müssen ihn kriegen.“ -„Sir?" -„Ein Kommando der Silhouette hat vor gut einer Stunde den Eiffelturm gestürmt und die Sendestation von Radio Europaris besetzt. Sie haben Geiseln genommen. Er ist auch da draußen."
Silhouette. So nannte sich die Untergrundorganisation, die seit über einem Jahr für Schlagzeilen durch mehr oder weniger terroristische Übergriffe sorgte, denen aber niemals Zivilisten zum Opfer fielen. Zu ihren Lasten fielen hauptsächlich Sachschäden und Diebstähle. So verzeichneten es die Akten. Die Silhouette unterhielt Zellen in mehreren Ländern, doch wie viele Mitglieder sie wirklich zählte, das wussten auch die Akten nicht.
-„De Ville und die Silhouette?“ Larsen drehte sich wieder um. „Ja, Griffin. Jetzt haben wir ihn. Jetzt haben wir sie alle. Es hat auch lange genug gedauert. Und jetzt ist es soweit. De Ville ist der Kopf der Silhouette Frankreich, vielleicht sogar der internationalen Silhouette. Er wird uns viel zu erzählen haben. Und dann kriegen wir sie alle dran.“ Griffin war perplex. "De Ville ist der Anführer der Silhouette? Und der Untergang der Amur Ganesh? Steckte die Silhouette dahinter?" -„Mit ziemlicher Gewissheit“. „Aber Sir, die Silhouette opferte nie das Leben von Zivilisten." -„Doch, das tat sie. Und zwar auf diesem Frachter. Und wer weiß, wo sonst noch. Diese Leute sind Killer. Und wenn sie töten müssen, dann tun sie es.“ Larsen hielt kurz inne. Dann sprach er weiter. „Wie dem auch sei, die Silhouette und de Ville...jetzt können Sie sich vermutlich denken, was auf dem Frachter war."
Im Jahre 2016 verzeichnete man im argentinischen Olavarría das Auftreten einer bis dahin unbekannten Krankheit. Rodrigo Sanchez klagte während der Arbeit zuerst über Schwindelgefühl und leichte Übelkeit. Wenige Minuten später verfiel er in ein starkes Zittern und brach zusammen. Als Rodrigo Sanchez am Abend starb, war von seinen inneren Organen nicht mehr viel übrig. Thanatos, wie die Forscher das Virus später nannten, hatte seine Arbeit verrichtet. Woher es kam und wie man sich ansteckte, blieb ungeklärt, während sich immer mehr Tiere infizierten. Bis Mitte 2017 zählte man etwa 2 Millionen Opfer. Doch bereits im September jenen Jahres ging ein Impfstoff in Produktion, den der internationale Pharma- und Gentechnik-Konzern GOD entwickelt hatte.
„Talithium?“ Griffin war skeptisch. „Wieso dann diese Geheimnistuerei?“ Larsen zuckte mit den Schultern. "Firmenpolitik.“
Thanatos hatte einen Erzfeind bekommen, und der hieß Talithium. Das Serum war teuer. Die ganze Welt fürchtete sich vor einer Infektion, doch nicht jeder konnte sich diese Medizin leisten. Etwa zu dieser Zeit betrat die Silhouette erstmals die Bühne. Bei Nacht und Nebel stahlen sie eine große Anzahl Phiolen, die Talithium enthielten, aus einem gut bewachten Lagerhauskomplex in Marseille. Alles war derart gut geplant, dass die Aktion blitzartig ablaufen konnte, so dass die Wachen nicht einmal etwas merkten. Nur eine Nachricht blieb am Tatort zurück, die wissen lassen sollte, wer diesen Diebstahl zu verantworten hatte. Nie wurde ein Mitglied der Silhouette gefasst. Sie waren zu vorsichtig. Zu gut. Bis jetzt.
„Unsere Leute sind bereits in Position gegangen. Der Eiffelturm ist umstellt", erklärte Larsen. Er machte eine Pause, sah kurz nach unten und dann direkt in Griffins Augen. "Ihre Schwester leitet den Eingriff." Griffin schien dadurch leicht beunruhigt. -„Sie haben Zoe geschickt?" -„Nun ja, sie bat mich darum. Sie wollte eine Chance, um es wieder gut zu machen.
Vier Monate zuvor sollte ein Anti-Terror-Team des FBI unter der Leitung von Zoe Griffin eine Razzia in einem möglichen Versteck von Mitgliedern der Silhouette durchführen. Die Aktion ging auf voller Strecke schief. Aus einem sauber geplanten Eingriff wurde ein Massaker. Beinahe das gesamte Team und ein paar der Terroristen wurden dabei getötet. Zoe wurde angeschossen und konnte die Flüchtigen nicht verfolgen. Doch sie überlebte.
-„Sie soll ihre Chance kriegen. Sie ist gut. Dennoch möchte ich etwas sicherer gehen.“ Wieder sah er Griffin direkt in die Augen. „Sie sind einer unserer besten Agenten, Seth. Ich will, dass wir diese Bande diesmal kriegen. Es hängt viel davon ab. Keine Fehler. Zweihundert Prozent. Können Sie mir das garantieren?“ Griffin war in Gedanken und reagierte nicht. „Seth?“. Der Elch neigte seinen Kopf leicht zur Seite, als wolle er sagen: „Kuckuck“. „Ja, Sir.“ -„Gut.“
Griffin verließ das Büro, und Larsen sah nun wieder aus dem Fenster. Ein paar Sekunden vergingen. Dann zog zischend eine Tür auf, und aus dem Hinterzimmer des Büros trat ein rabenschwarzer Adler. Langsam ging er auf den Schreibtisch zu und kramte eine Packung Zigaretten aus der Innentasche seine Jacketts hervor. „Was haben Sie ihm erzählt?" Larsen drehte sich nicht um, sondern blickte weiterhin in Richtung des Eiffelturms. "Nichts. Gar nichts", antwortete er langsam. "Nur das, was er hören sollte." Der schwarze Adler steckte sich eine Zigarette in den Schnabel, zündete sie an, nahm einen Zug und atmete den Qualm aus, bevor sich sein Mund zu einem zufriedenen Lächeln formte. „Ausgezeichnet.“
Thema von Sascha im Forum Fragen rund um das Pro...
Hallo alle miteinander.
Wer jetzt definitiv weiß, dass er dabei ist, dann kann er sich hier ja mal "registrieren". Ich würde dann den Nickname benutzen, um eigene Bereiche für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer anzulegen, wie ich es bereits für mich gemacht habe.
Alternative Titel für das aktuelle Album, das dann doch "Das beige Album" heißt, wären gewesen:
"Wenn ich du wäre, wäre ich lieber wieder ich." "Du erinnerst mich an jemanden, den ich niemals kennenlernen will." "Du siehst aus als könnte ich einen Drink gebrauchen."
Auch Entschuldigung, dass ich dich nicht darauf hingewiesen habe. Ich kenne eh nur einen Song. Trotzdem.
Da ich jetzt nicht viel Zeit habe, kann ich nicht auf alles eingehen. Das mache ich dann nächste Woche.
Woran ich mich jetzt aber gestoßen habe, ist, dass du einer absoluten Aussage Unklarheit oder unklare Ausdrucksweise unterstellst. In diesem Kontext erinnere ich nochmal an die noch immer unbekannten Bedeutungen der "Idee" und der "Urquelle".
Hmmm, irgendwie geht diese Diskussion hier mehr und mehr an der Idee vorbei. :P
Als ich geschrieben habe, dass ich ja auch nicht an Gott glaube, wollte ich meiner Neigung zur Rationalität einfach noch ein bisschen mehr Ausdruck verleihen.
Was ich mit Natürlichkeit meine, sollte eigentlich offensichtlich sein. Was bedeutet es denn, wenn man behauptet, ein Mensch sei natürlich bzw. unnatürlich, er verhalte sich natürlich/unnatürlich. Eben dass er sich verstellt, sich verkrampft. Solche Sachen zum Beispiel. Für mich bedeutet Natürlichkeit, so zu sein, wie man ist, ohne so zu tun, als wäre man jemand anders, der man aber - ganz klar - nicht ist. So simpel kann ich das zusammenfassen.
So, jetzt kannst du mir auch den zweiten Teil meiner Frage beantworten.
Hallo! Hört mich wer? Ich schreibe aus meinem kommunikativen Exil, aus der Uni. Wie einigen schon bekannt ist, habe ich derzeit keine private Internetverbindung (und erst recht kein Telefon). Aber ich tauche auf! Um Luft zu holen. Und mit Luft in den (virtuellen) Lungen kann man reden.
So, Isa hat es auf den Punkt gebracht: Es ist schon alles gesagt, Meinungen sind dargelegt worden (mehr oder weniger). Was bleibt da noch zu tun? Hmmmm...ich geh einfach noch auf Annes an mich gerichtete Fragen und Äußerungen ein.
Warum rede ich von einer rationalen Basis? - Das war wohl eher ein leichtes Versehen, wie meine einschränkende nachgereichte Äußerung vermuten lässt. Worum es aber trotzdem geht, ist, dass jeder jeden versteht. Deswegen brauchen wir hier nicht gleich den puren Rationalismus, aber ein paar KLARE Aussagen. Und das ist, wovon ich ausgehe. Ansonsten gehe ich von dem aus, was ich wahrnehme. Ich glaube ja auch nicht an Gott.
Unbeantwortete Fragen - Ich habe dir Fragen gestellt, etwa diese ominöse "Urquelle" betreffend, die eigentlich ohne Anekdoten aus dem Leben zu beantworten sein müssten. Mit dem Beispiel aus dem alltäglichen Beziehungsleben meinte ich auch lediglich ein fiktives, weil ich wissen möchte wie das in der Praxis aussieht mit dem Nicht-Handeln. Dazu brauchen wir den Peter nicht. Dass ich schreibe, mich ab sofort damit abzufinden, soll mein Resignation zeigen. Du kannst aber gern gegen sie vorgehen. Würde mich freuen.
Entgegenkommen - Damit meine ich nicht, dass du unsere Meinung assimilieren, sondern uns deine eigene so erklären sollst, dass wir sie verstehen. Das meine ich, wenn ich sage, es wäre schön, wenn du uns entgegenkommen würdest.
Sascha umgeht Anne - Du umgehst mich, wenn du nicht auf mich eingehst und stattdessen komische Dinge über ungestellte Fragen schreibst. Ich dachte, es sei einfach aus dem Imperativ "Fang an zu leben und sei natürlich" die entsprechende Frage abzuleiten. Da hab ich mir gedacht, ich lass das mit der Frage jetzt mal, weil ich ja eh keine Antwort bekomme, nehm ich mal den Imperativ, mal gucken. Nützt aber auch nichts :P Aber ich lasse mich mal weichkochen, und ehe ich hier wieder die Umgehungsstraße durch den Wald voller Rehe und Rüben nehme, stelle ich dir die Frage, damit auch fast nichts schief gehen kann:
Wann möchtest du anfangen zu leben und natürlich zu sein?
Die Frage mag vielleicht unfair wirken, weil ich das möglicherweise alles falsch sehe, aber stellen kann ich sie ja mal. Und zur Not erläutere ich auch noch ein bisschen. Ich komme hauptsächlich darauf, weil du, wie Isa auch schon bemerkt hat, das Thema hier ziemlich auseinander und wieder zusammen baust, eben viel konstruierst. Und das anstelle es einfach kommen zu lassen, wie es eben kommt.
Was Stefan im Bezug auf die Voraussetzungen für eine richtige Diskussion meint, ist ganz einfach, dass es zwingend notwendig ist, dass jeder den anderen versteht. Wenn dem nicht so ist, muss das bislang Unverstandene eben solange anders erklärt werden, bis es auch beim letzen angekommen ist. Es sind also nicht in jedem Fall rationale Argumente von Nöten. Die Hauptsache ist das gegenseitige Verständnis, das stets gepflegt werden sollte. Und wenn dann ständig nachgefragt werden muss und trotzdem keiner schlauer wird, dann ist das kein gutes Staubtuch.
Ja, wo ich grad beim Thema bin: Danke für die Zusammenfassung. Da aber viele meiner Fragen (die gebündelt in EINEM Beitrag stehen) noch immer unbeantwortet geblieben sind (und ich mich damit ab sofort abfinde), nützt mir dein Plädoyer allein jedoch recht wenig. Ich sitze bezüglich dieser Diskussion also noch wie vor im Dunkeln. Das Streichholz war zwar ganz lieb, aber ich hätte so gern mal eine Taschenlampe gehabt. Das also nochmal dazu.
Ich hoffe, es ist jetzt klar, wo das Problem liegt. Wir philosophieren und diskutieren ja, lesen alles viermal, gehen auf dich ein. Da könnteste uns auch noch ein bisschen entgegen kommen. Oder du lässt es halt. Das ist dir freigestellt, als Freigeist. ...ein Geist geht um im Forum...kähähä.
So. Zum Schluss noch ein Betthupferl bevor ich hier aufgebe. Die Formulierung als Frage erspare ich mir. Der Imperativ macht vielleicht mehr Sinn:
Your Birthdate: March 30 Your birthday on the 30th day of the month shows individual self-expression is necessary for your happiness. You tend to have a good way of expressing yourself with words, certainly in a manner that is clear and understandable. You have a good chance of success in fields requiring skill with words.
You can be very dramatic in your presentation and you may be a good actor or a natural mimic. You have a vivid imagination that can assist you in becoming a good writer or story-teller. Strong in your opinions, you always tend to think you are on the right side of an issue.
There may be a tendency to scatter your energies and have a lot of loose ends in your work. You may have significant artistic talent and be very creative.
Langsam aber sich wird klar, dass diese Diskussion im Sande verläuft. Ursache dafür ist das Fehlen der rationalen Basis in Annes Äußerungen. Daraus folgt das Ausbleiben standfester Argumente, schlüssiger und verständlicher Erklärungen und damit auch die eigentliche Grundlage einer fruchtbaren Diskussion.
Wenn dann noch Definitionen, also genaue Bestimmungen von Begriffen durch Erklärung oder Beschreibung ihres Inhalts, verworfen werden, dann ist das weder hilfreich noch besonders kooperativ.
Aber sei’s drum. Egal ob wir es nun Meta-Gewirr, Gedankengänge ohne Darlegung ihrer selbst oder einfach gar nicht benennen, so bleibt es doch was es ist: unverständlich für den Leser, der sich natürlich nicht dieselben Gedanken gemacht hat wie du, Anne. Und deinem Stolz tut es sicher nichts Schlechtes, das einzusehen und etwas nachsichtiger zu sein, sprich: nachvollziehbare Gedankengänge darzustellen. Es bringt nämlich kein Fortschritt mit sich, wenn ich dir sage, dass einen deiner Gedanken aufgrund seiner Unnachvollziehbarkeit und seines erzwungen wirkenden Schlusses nicht verstehe und du dann – ohne noch mal näher darauf einzugehen – meinst: „Hier ist nichts erzwungen.“
Und da geht es gar nicht darum, dass du nach meinem Wunsch schreibst, sondern dass du auch ein bisschen an die Leserschaft denkst, die wirklich Probleme hat, hier die Übersicht zu behalten und zu folgen. Bisher weiß noch keiner, was eigentlich diese „Urquelle“ und die „Idee“, an der es vorbei geht, sind. Und ich bin mir sicher, dass die „Einheit, wo alles und nichts existiert“ doch irgendwie näher und weniger abstrakt erklärt werden könnte und vor allem müsste. Was auch noch aussteht, ist eine Darlegung darüber, warum jene, die diesen Zustand, um den es hier geht, erreicht haben, nicht mehr handeln müssen. Und da kannst du uns auch noch mal sagen, dass es ohne Esoterik nicht zu erklären ist, ich glaube das nicht. Und zwar aus dem Grunde, weil es hier noch immer um etwas Praktizierbares geht, das wie erwähnt anhand von Beispielen aus dem Beziehungsleben näher gebracht werden könnte.
Ich denke, das Problem ist, dass du dir das alles selbst gar nicht wirklich vorstellen kannst. Es mag sein, dass du hier und da eine enge Verbundenheit mit jemandem spürst, Energien spürst, aber bei dem, was du hier schreibst, bist du nicht mit dem ganzen Herzen dabei, oder? Die Frage ist: Wieso setzt sich jemand, der sich in der Blütezeit seines Lebens befindet, so sehr gegen die eigene Körperlichkeit ein? (Auch wenn du immer wieder sagst, dem sei nicht so. Ich meine, zu sagen, man wolle nicht auf Körperlichkeit verzichten, aber einen fast transzendentalen Liebeszustand erreichen, in dem es keine Körperlichkeit gibt, ist meines Erachtens widersprüchlich. )? Also warum: weil du davon überzeugt ist, dass es etwas viel Höheres gibt und du da auf geradem Wege hin musst? Wenn ich nach Amerika möchte, muss ich auch über den großen, tiefen Ozean fliegen. Aber das hat Stefan ja bereits besser erklärt.
Im Sinne des allgemeinen Verständnisses bitte ich dich darum, nochmals kurz und knapp mitzuteilen, was du dir unter einer solchen „höheren Beziehung“ vorstellst. Ein praktisches Beispiel inklusive wäre höchst erfreulich.
Ja, an die Sache mit dem Discman musste ich auch denken. Nur habe ich den wirklich nicht absichtlich zerstört. Ich habe ihn gar nicht zerstört. Ich habe damit nichts zu tun, weil das eine normale Abnutzungserscheinung der Kontaktfeder ist. Dafür kann keiner was. Ist nur verfänglich, dass er sich zu dem Zeitpunkt des Versagens bei mir befand.
Aber es ist eben wie mit meinem DVD-Player. Auf einmal ging da nichts mehr. Und das, hört hört, obwohl ich ihn kein einziges Mal gegen die Wand geschleudert oder ins Wasser gestellt habe! Da hilft nur noch die Garantiebescheinigung. Wegschicken und gut. Dann kommt er zurück und geht wieder.
Technische Geräte können auch von selbst oder durch normale Nutzung einen Defekt erleiden.