Einen Arm bewegen, ein Bein bewegen, vielleicht, doch schneeflockengroß war sein Mut, und das heißt nun also - sehr klein. Manchmal muss man auch dumpfdrückende Momente ohne das sowieso lästig gewordene Kämpfen überstehen, was, zugegeben, dieser Situation nicht ganz angemessen war. Griffin erlag seinem Schicksal, und aktiv gesagt: Er erlag es. Den Schnee, den garstig-kalten, grauen Schnee, der ihn just in diesem Moment würde verkühlen können, den wollte er sehen, Seth Griffin, der hier lag, weil ihn eben das Leben getroffen hatte.
Als Griffin, der Wanderer, sich heute morgen aus seinem Iglu wühlte, blinkte schon kein Morgenstern mehr. Nichts als ein grauer, rasch und dennoch zu spät geöffneter Tagesanbruch blieb ihm vergönnt, der schlich sich im ersten Moment unbemerkt in Griffins Innerstes und knebelte und fesselte seine tägliche Mentalverfassung. Dabei war der Morgen nicht unangenehm, vielmehr unkompliziert - so lähmend alltäglich. Der Schnee, der des Wanderers Schuhe mit jedem neuen Schritt mehr und mehr verschlang, war an diesem Morgen weder pappig noch watteweich, so wie die polare Luft die Lungen und Lippen nicht schnitt noch umschmeichelte. Und Griffin nahm den Tag hin.
Die Scholle hatte ihn wenig später ein Stück vom Festland getrieben, er hatte derweil geistesabwesend an einer Nuss gekaut, die er im winkligsten Zipfel seines Reisetuches ertastet hatte, es konnte eine schwedische Nuss sein, oder eine norwegische (Griffin war ein Wanderer), wer wusste das schon, und es spielte am Ende auch keine Rolle. Gerne wäre Griffin dem Zug der Scholle eine Weile gefolgt, ins offene Meer und weiter, doch diese verkleinerte sich zusehends und hurtiger, als ihm lieb war. Und als er nur mehr ein Eisstück unter seinen Füßen wähnte, begann sich der Wanderer zu fürchten. Das Festland war weit. Der Tag hatte belanglos begonnen. Griffin, Wanderer, hatte bis jetzt keine melodramatische Ader besessen, nichts lag ihm ferner als Gefühlsregungen der extensiveren Art, auch, wenn ihm während seiner nun schon lebenslangen Reise kaum ein tragisches Schicksal unbekannt war. Dennoch begann er, seine Gedanken dunkel zu färben, immerhin reichte ihm das Schicksal den schwarzen Farbtopf ganz wie von selbst, und seit jeher war er daran gewöhnt, zu greifen und zu fassen, was sich ihm bot. Nun, er könnte, so dachte Seth Griffin, warten. Mit dem Warten war er in 28 Jahren schon so weit gekommen, und dabei war das Warten nur von psychischer Natur, denn ein Wanderer, wie Griffin es war, so ein Wanderer wartet nicht mit den Beinen. Wenn er länger darüber nachdachte, glaubte Griffin sogar, dass seine ruhige Seele in all den Jahren noch nie etwas anderes getan hatte, als, nunja, zu warten. Wer weiß, was das war. Wer weiß schon, warum der Tag begann, so wie er eben begann. Und wer weiß, ob Griffin nicht phantasierte. Aber am winterhellen Himmel, und es war doch am Tag, schien der hohe Vollmond, wie er es an seltsam beleuchteten Tagen tut. Und Griffin empfand es mit einem Mal als sehr anmaßend, dass er schon überall war, nur nicht dort, auf diesem Mond, und fast schon ärgerte er sich darüber. Griffin ärgerte sich! Und Griffin stutzte. (Einige Augenblicke später.) Seine innere Ruhe war demoliert, zersägt, samtig zerklopft von einem Mondgedanken, und Griffin fühlte sich wach wie nie zuvor. Der Mond war schon immer nur der Mond gewesen, und ob Griffin, der Wanderer war, nun dort oder hier weilte, hatte nie zuvor eine Rolle gespielt, denn am Ende kam alles so, wie es kam. Griffin fühlte. Keinen kalten Schnee. Keinen prasselnden Tropenregen und beißenden Feuersand. Griffins innere kleine Phiole, bis eben in seiner oberen Anatomie eingeschlossen, hatte einen Riss bekommen, schwarzscheinende Haaresbreite, und daraus entwich nun kaum ahnbar, wovon der Wanderer nur als "herzliches Gefühl" gehört hatte. Und herzlich meint selten nur freundlich.
Der Mond war Sehnsucht, von der Griffin nichts wusste, man kann sagen, dass Griffin zum ersten Mal etwas fühlte, das er weder zu schmecken, noch zu tasten, noch zu sehen vermochte. Hätte sich der Mond an diesem Tag hinter einer Wolke versteckt, Griffin wäre ertrunken, weil es sein Schicksal war. Das Gefühl aber, das Griffin nicht kannte, geboren aus Mondblicken, blies ihm Kraft in die Arme, Kraft und Bewegung, und seine Beine waren leicht, flink und stark, und als die Scholle (was davon übrig war) mit einem leisen Schluck im Nordpolarmeer verschwand, floss der Wanderer Griffin zum Ufer zurück, schwamm durchs Eis und stieß dann ans Festland und lag schließlich benommen und trunken im Schnee, als von Nahem der Urknall der Explosion die dunkelblaue Stille, denn Erdrotation hatte über Stunden nun den Tag zur Nacht verwandelt, den im Schnee liegenden Griffin zur Seite schob.
Das parodistische hab ich schon verstanden. Ehrlich.
Aber ich bin eben manchmal doch eine Verfechterin der Alten Schule und lege daher viel Wert auf gepflegte, höfliche Umgangsformen. Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Warum? Verderben dir die Worte, sofern dir ihr Sinn nicht gefällt, die restliche Musik? Aber kannst du mir mal bitte erklären, wie du das anstellst? Nicht auf den Text hören? Mein lieber Stefan, wie nimmst du denn Musik auf!? Ich finde, du kannst dabei ziemlich gute Sachen verpassen...naja.
Mir ist eben noch eine schöne Zeile eingefallen... "...and I try to love...whatever life brings" Ani DiFranco
Warum magst du diese textzeile so gern? "Because what is simple in the moonlight by the morning never is" einfach ein stück der bright eyes... Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Ja, ich weiß so ungefähr wie das damals war, dass viele menschen nicht aus ideologischen beweggründen in der HJ waren sondern quasi von gesellschaftlichen zwängen da hinein getrieben wurden. und vielleicht ging das dem guten herrn ratzinger da genauso, aus was für gründen auch immer konnte er sich diesem druck damals wie viele andere nicht widersetzen. oder er wollte es nicht. worauf ich hinaus will: Gerade mit so einer vergangenheit sollte man sich doch gar nicht erst dazu bereit erklären, sich als potentieller papstkandidat vorzustellen. auch, wenn man die geschehnisse nicht mit seiner ideologie vereinbaren kann. versteht das jemand? Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Hier fängt schon wieder so eine gemeine, gemeine Selektierung an... Tod dem Lieblinstier! Jedes Tier ist es wert, lieb gehabt zu werden! So einen diskriminierenden Thread hätte ich von dir, liebes Wiesel, nicht erwarte. Ich breche hiermit eine Lanze für all die Tiere, die auf allen Lieblingstierlisten Schlusslicht sind. So. Gemeine Ungerechtigkeiten wie diese sollten eine Ende haben. *schnüff* Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Aber vielleicht entwickelt sich auch das Kerosin weiter - und so, wie du es aus unschuldigen Kindertagen kennst, existiert es heute nicht mehr. Oder wie, oder was?
Ich halte das Thema für ausgesprochenen Blödsinn...manchen Leuten kann man wirklich alles erzählen - das ist ja fast so lustig, wie Jupis Einspruch gegen die Evolution. Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Ich kenne nur die Fabel vom vorlauten Frosch, der sich aufbläst und meint, er wäre der tollste und könne am lautestens quaken, naja, ihr wisst schon...Es kommt dann also, wie es kommen muss, der gute Frosch platzt - und die Moral von der Geschicht: Frösche platzen oder nicht.
Dieser ganze katholische, in Doppelmoral getränkte Männerverein widert mich so an. Und jetzt auch noch das. Aber ich habe das eigentlich auich befürchtet...so insgeheim...zumindest in den deutschen Medien wurde Ratzinger doch in den letzten Tagen als heiße Gläubigenware gehandelt.
Ich verstehe die Katholiken nicht, ganz ehrlich. (Natürlich will ich nicht alle in einen opf stecken - es gibt solche und solche, das wissen wir ja schon seit "Sonnenallee")Aber wie kann man denn noch in so rückschrittigen Mustern glauben, ganz so, als habe man sich kaum ein paar Fuß breit erst vom Mittelalter entfernt. Warum betet man so einen "Papst" an? Er ist doch auch nur ein Mensch, und vor allen Dingen: Wie soll eben dieser noch von Gott gesandt sein, wenn eine riesige Hand voll Kardinäle für dessen Wahl sorgt? Ist mir total suspekt, das Ganze.
Naja. Da sollen sie mal sehen. Ich bin ganz gespannt, wie überhaupt die ganze Papst-Thematik weiter geht. Und ob wir in 300 Jahren überhaupt noch so etwas haben, ob sich das Mittelalter in den Köpfen noch so lange halten kann. Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Aber Sascha, das ist doch ganz einfach. Schau dir das Flingsmups doch mal ganz genau an! Siehst du die riesengroßen Krallen an seinen überlangen Fingern? Und wenn man ganz genau beobachtet, verstecken sich winzig kleine aber dennoch überaus kräftige Reißzähne hinter den täuschend weichen Lippen. Und erst die Kraft, die in den augenscheinlich zarten Armen steckt! Kurz und gut: Noah und seine Freunde erkannten ganz einfach, was für ein Gefahrenpotential im Flingsmups steckte. Selbst Herr Elefant und Frau Braunbärin, die sich bis dato am wildestens auf dem Schiff in Szene setzten, rutschte beim Anblick des Flingsmups, das eines Tages vor der Arche stand und um Einlass bettelte, das Herz in die Hose. Von dem Gewissenskonflikt, in den der moralisch veranlagte Noah hier geriet, wollen wir mal gar nicht reden. Da er aber an das Wohl der schon auf der Arche weilenden Tiere zu denken hatte, damit also auch an unser aller Zukunft, musste er in den sauren Apfel beißen, seiner Tierliebe entgegentreten und dem gemeingefährlichen Flingsmups eine Absage erteilen. Denn auch, wenn dieses Tierlein seine räuberischen Charaktereigenschaften nicht zu verstecken suchte - Noahs Herz für alle Geschöpfe dieser Erde war groß und unergründlich. Natürlich wollte das Flingsmups diese Diskriminierung nicht auf sich sitzen lassen. Sein Lebtag schon wurde es abfälliger behandelt als eine Hyäne, schon in frühen Tagen gab es niemanden, der sich dazu bereiterklärte, mit den Flingsmups-Kindern zu spielen. Das Flingsmups plädierte von daher auf einem jugendlichen Trauma, was unweigerlich zu diesem vermeintlich schlechten Charakter führenmusste ! Aber keine Chance. Schon fielen die ersten Tropfen, gutes Timing für Noah, der somit seinen Problemen davon schwimmen konnte, und sich dafür nicht mal entschuldigen musste. Wir lernen daraus: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, denn: Hätte sich unser Flingsmups etwas beeilt, hätte es mit seinen Argumenten Noah in die Enge treiben können, ich behaupte einfach mal, dass er dem Flingsmups rethorisch einfach nicht gewachsen war. Etwas muss man dem armen Tier doch auch gönnen. So, fertig, aus, wem die Geschichte nicht gefällt, der sei hiermit aufgefordert, Zooologen mit besseren Geschichten von der Existenz des Flingsmups zu überzeugen! Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
21 Gramm sind es, um krümelkackerisch zu sein. Und ich dachte immer, es würde sich hier um den Kot handeln, den man abgibt, da der Körper mit dem Tod erstmal erschlafft - vor der Totenstarre, versteht sich. Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir
Naja, als blöd hab ich dich jetzt nun nicht hingestellt. Aber ich frage mich, ob es Regligionsfanatiker gibt, die die Evolutionstheorie vielleicht in ihrem tiefsten Innern als vollkommen und logisch erkennent, dazu aber nicht stehen wollen, weil sie sonst vielleicht Verrat an der Bibel üben würden... äh...das hat jetzt eigentlich nichts mit dir zu tun, aber der Gedanke kam mir so eben. Quittengelee - quäl dich nicht, spiel mit mir